Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| programmeinfuehrung_aktuell [2025/10/23 08:27] – asowartung | programmeinfuehrung_aktuell [2026/05/21 21:27] (aktuell) – asowartung | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | ====Programmeinführung Herbstkonzert | + | ====Programmeinführung Herbstkonzert |
| \\ | \\ | ||
| - | Das heutige Konzert steht unter dem Motto „Ost-West“ und stellt zwei gewichtige und umfangreiche Kompositionen des 20. Jahrhunderts einander gegenüber - zunächst ein Werk aus der „westlichen“, | + | Die Programmeinführung für das Herbstkonzert 2026 finden Sie an dieser Stelle ab Mitte Oktober 2026.\\ |
| \\ | \\ | ||
| - | **George Gershwin**s Vorfahren stammten aus Russland; seine Eltern waren 1891 in die USA ausgewandert. Sein älterer Bruder war der später sehr bekannte Liedtexter Ira Gershwin. Als die Eltern 1910 ein Klavier für die Musikstunden Iras kauften, war es George, der bald darauf spielte. Sein Lehrer Charles Hambitzer lehrte ihn konventionelle Klaviertechniken und ließ ihn europäische Meisterwerke spielen. Er ermutigte ihn auch, Orchesterkonzerte zu besuchen, worauf Gershwin versuchte, die gehörte Musik zu Hause am Klavier zu reproduzieren. \\ | ||
| - | |||
| - | Ab 1914 arbeitete er als „Hauspianist“ bei einem New Yorker Musikverlag, | ||
| - | |||
| - | Einen ersten großen Erfolg hatte Gershwin zehn Jahre später mit der Uraufführung seiner „Rhapsody in Blue“ (die Originalfassung für 2 Klaviere wurde von Ferde Grofé instrumentiert), | ||
| - | |||
| - | Dieses „**Concerto in F**“, das am 3.12.1925 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt wurde, folgt zwar dem dreisätzigen Schema der traditionellen Solokonzerte und bedient sich zahlreicher verarbeitungstechnischer Muster derselben, zeigt aber - noch mehr als die „Rhapsody“ - Gershwins kompositorische Eigenständigkeit (die mit einem großen improvisatorischen Einfallsreichtum einhergeht; im Autograph sind manche Klavierpassagen nicht ausgeschrieben und dürften von Gershwin bei der Aufführung improvisiert worden sein). Das Werk, das er - im Gegensatz zur „Rhapsody“ - selbst orchestrierte, | ||
| - | |||
| - | Vom Publikum und der Kritik wurde das Klavierkonzert zurückhaltender aufgenommen als die „Rhapsody“; | ||
| - | |||
| - | Gershwin, der selbst - wie die Tondokumente beweisen - ein überaus virtuoser Pianist war (ebenso wie ein begabter Hobbymaler - er porträtierte 1937 Arnold Schönberg), | ||
| - | |||
| - | Gershwin konnte sich seiner Erfolge nicht lange freuen - er starb, noch keine 39 Jahre alt, 1937 während einer Hollywood-Reise an einem Gehirntumor. | ||
| - | \\ | ||
| - | |||
| - | |||
| - | **Dmitri Schostakowitsch** war sicher einer der bedeutendsten russischen Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer stand er im Spannungsfeld zwischen politischem Druck und dem Wunsch nach individueller kompositorischer Freiheit; ein Kampf, der ihn schwer zeichnete. Einen entscheidenden Einschnitt in seinem Leben löste der (auf Veranlassung von Stalin geschriebene) Zeitungsartikel „Chaos statt Musik“ in der „Prawda“ vom 28.1.1936 aus, in dem Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ als nicht der kommunistischen Kulturideologie gemäß verurteilt wurde. Ein zweiter Angriff erfolgte 1948 durch das Zentralkomitee der KPdSU, der sich diesmal auch gegen Komponistenkollegen richtete. \\ | ||
| - | |||
| - | Schostakowitsch sah sich sein ganzes Leben gezwungen, offiziell anders zu handeln als privat. „Heute denke ich manchmal nach“, schrieb er in seinen Memoiren, „wie es kam, dass ich überlebte. Ich glaube, das hing mit den Filmen zusammen… Bei uns ist der Film eine wichtige Kunstform. Das hat schon Lenin gesagt. Stalin hat diesen Gedanken mit Leben erfüllt und leitete persönlich die Filmindustrie….er hatte seine eigenen konfusen Vorstellungen, | ||
| - | |||
| - | Nicht, dass Schostakowitsch das sehr behagte, doch „in Anbetracht der Umstände wäre es verrückt gewesen, Aufträge für Filmmusiken abzulehnen“. Erfahrungen hatte er schon in seinen Studentenjahren – auch durch bittere finanzielle Nöte bedingt – als Stummfilmpianist im Kinotheater „Aurora“ in Leningrad (dem heutigen St. Petersburg) gesammelt, wo er Abend für Abend die Handlung auf der Leinwand mit Improvisationen am Klavier zu begleiten hatte. Schostakowitsch beklagte sich auch über die Degradierung der Filmmusik zum Illustrationsmaterial, | ||
| - | |||
| - | Schostakowitsch schrieb insgesamt rund 40 Filmmusiken, | ||
| - | |||
| - | Die **Filmmusik zu „Die Hornisse“** (manchmal auch unter dem Titel „Die Stechfliege“ zu finden; engl. „The Gadfly“, russ. „Ovod“) stammt aus dem Jahre 1955, also aus einer Zeit, wo sich – nach Stalins Tod – manche Repression zu lösen begann. Der – heute völlig unbekannte – Farbfilm unter dem Regisseur Alexander Feinzimmer war seinerzeit ein großer Kinoerfolg. Die Handlung basiert auf einem Roman der englischen Autorin Ethel Lilian Volnyich (1864-1960) – die selbst mehrere Jahre in Russland lebte und nach ihrer Rückkehr nach England eine wichtige Figur in der Organisation der „Gesellschaft für die Freiheit Russlands“ war - und spielt im Italien des 19. Jahrhunderts, | ||
| - | |||
| - | Es verwundert nicht, dass ein Buch mit einer derartigen Thematik (und das darüber hinaus mit einer sehr religionskritischen Haltung durchsetzt war) vor allem in der Zwischenkriegszeit in der damaligen Sowjetunion (und später auch in China) äußerst populär war. Als 1955 der Film dazu gedreht wurde, waren in der Sowjetunion bereits 2,5 Millionen Exemplare des Romans verkauft (einen Erfolg, von dem die damals noch lebende Autorin übrigens keine Ahnung hatte). \\ | ||
| - | |||
| - | Schostakowitsch hat aus der gesamten Filmmusik 12 Nummern zu einer fast dreiviertelstündigen Suite zusammengestellt, | ||
| - | |||
| - | |||
| - | \\ | ||
| - | {{: | ||
| - | \\ | ||
| - | \\ | ||
| - | |||
| - | **Karl Eichinger**\\ | ||
| - | \\ | ||
| - | {{: | ||
| - | \\ | ||
| - | Karl Eichinger studierte Klavier und Instrumentalpädagogik an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst sowie Konzertfach Klavier an der MUK Wien; weiters Jazzklavier bei Rudi Wilfer. Meisterkurse bei Oleg Maisenberg und Rudolf Kehrer. \\ | ||
| - | |||
| - | Als Solist hat Karl Eichinger mit zahlreichen Orchestern wie u. a. dem Tonkünstler Orchester, den Brünner Philharmonikern, | ||
| - | |||
| - | Solistische und kammermusikalische Auftritte im In- und Ausland, u. a. im Musikverein Wien, Wolkenturm Grafenegg, Konzerthaus und Radiokulturhaus Wien sowie bei Festivals wie den Bregenzer Festspielen, | ||
| - | |||
| - | Tourneen führten Karl Eichinger in viele Länder Europas, nach Nordamerika, | ||
| - | |||
| - | 2009 wurde ihm das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, | ||
| - | \\ | ||
| - | |||